Das größte Homeoffice der Welt


…ist ein digitales Projekt, das während des ersten Lockdowns und dem Social Distancing entstanden ist. Die Idee und Realisation stammt von dem Münchner Architekten Florian Bengert, der damit einen Beitrag zur Solidarität und Verbindung der Menschen in der ungewöhnlichen Situation geschaffen hat – ‚Niemand ist alleine, wir alle sitzen in einer solidarischen Superstruktur – dem NO-STOP-HOMEOFFICE‘.

 Auf seinen Open-Call bei Instagram folgten weltweit um die 1.000 Zusendungen mit Darstellungen der aktuellen Arbeitsplatzsituation im Homeoffice die Florian Bengert als Grundriss einer unendlich großen Wohnung digital zusammengesetzt hat. Beim genauen Hinschauen oder ‚Durchlaufen‘ der ausgedruckten 2,30 x 15 m großen Zeichnung im Maßstab 1:33 wird jedem sofort klar, was die Generalprobe während des ersten Lockdowns für die Arbeitswelt bedeutet. Nicht jeder hat ein komfortables Arbeitszimmer, das ergonomisch richtig eingerichtet ist und eine geschlossene Tür zum restlichen Familienleben bietet. Der Großteil der dargestellten Arbeitsplätze zeigt wie sich der Arbeitsplatz die privaten vier Wände über Nacht erobert hat. In den Ort der Entspannung und des ganz persönlichen Lebens hat sich der Arbeitsplatz in Küchen, Wohnzimmern, Fluren – sogar in Schlaf- oder Kinderzimmern eingenistet. Neben dem schmunzeln über kuriose Arbeitsplatzsituationen, die es in der Zeichnung zu entdecken gibt, bleibt die Frage wie es weiter geht mit dem Arbeiten im Homeoffice, das sich zum NEW STANDARD entwickeln wird.

Autorin: Anke Meier-Liebrandt, Innenarchitektin BDIA

 

Über Florian Bengert, Architekt, München  https://bngrt.com

‚No-Stop Homeoffice‘ entstand im Frühjahr 2020 und wurde bisher in der Architekturgalerie München, im Architekturschaufenster Karlsruhe, im Schweizerisches Architekturmuseum Basel, dem Kasseler Architekturzentrum und in Lille; der Design Hauptstadt 2020 ausgestellt.

Florian Bengert ist Lehrbeauftragter für Entwerfen und Darstellen an der HfT Stuttgart und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Raum und Entwerfen der KIT Karlsruhe, wo er zurzeit im Fach Architekturtheorie promoviert. Sein persönlicher Ansatz sind die Verbindung von Theorie, Lehre und Forschung mit der praktischen Arbeit in seinen Architekturbüro.